OTTO UND ELSA
Die Vornamen der Großeltern sind wieder beliebt. Auf deutschen Spielplätzen werden in letzter Zeit öfter Namen gerufen, bei denen die meisten an ältere Menschen denken. „Gustav, nicht hauen!“, hört man von der einen Seite. „Otto und Elsa, wir gehen jetzt!“, hört man von der anderen Seite. Gustav? Otto und Elsa? Viele Jahre lang haben wir diese Namen kaum gehört, nun erleben sie ein Revival. Wie kommt das, woran liegt es?
Auch für Vornamen gibt es Moden. In Zeiten, die viele Menschen als unsicher empfinden und wo sich die Welt sehr schnell verändert, entscheiden sich Eltern oft für Namen aus früheren Zeiten, für traditionelle Namen. Sie erinnern sich damit an ihre Großeltern, oder sie mögen einfach den Klang dieser Namen. Viele Eltern haben ganz konkrete Ideen darüber, was gut klingt oder nicht. Jetzt sind es neben den alten traditionellen Namen vor allem Namen mit vielen Vokalen und weichen Konsonanten. Das zeigen auch die Listen mit den beliebtesten deutschen Vornamen, die die Gesellschaft für deutsche Sprache jedes Jahr publiziert. In den 1960er Jahren waren die beliebtesten Namen Sabine und Thomas, in den 80ern Julia und Christian, zur Jahrtausendwende Anna und Lukas. Es gab Schulklassen, in denen drei Stefanies saßen und vier Christians. Um sie zu unterscheiden mussten Spitznamen und Abkürzungen gefunden werden: Steffi und Steff, Chris und Chrischan. Heute sind Doppelnamen beliebt. Man denkt, sie sind exklusiver, wenn der erste Name sehr häufig ist. So ist es zum Beispiel mit Klaus Peter, oder Hans Jürgen.
Der beliebteste Vorname für Frauen im Jahr 2013 war Sophie. Schon seit einigen Jahren ist er der beliebteste. Warum ist ein Name lange beliebt? Vielleicht, weil die Eltern ihn immer wieder hören, sich an ihn gewöhnen und ihn dann schön finden. So denken sie, sie sind originell, wenn sie den Namen wählen, aber eigentlich folgen sie einer Mode. Sophie ist nur einer unter 50.000 Namen. So viele Vornamen gibt es momentan. Es kommen immer neue hinzu. Einige Eltern sind sehr kreativ, wenn sie ihren Kindern Namen geben. So heißen einige Kinder Atreju oder Pachu. Welche Vornamen erlaubt sind und welche nicht ist nach deutschem Recht genau geregelt. Orte und Markennamen sind zum Beispiel verboten. Ein Kind darf auch nicht mit dem Namen lächerlich gemacht werden. Denn wer will Schnucki heißen, oder Puhbert?
Text bearbeitet und gekürzt aus
Presse und Sprache (Juni 2014)
r Spielplatz: parc infantil / parque infantil
hauen: pegar
unsicher: perillós / peligroso
empfinden: percebre / percibir
sich verändern: canviar / cambiar
sich entscheiden für: decidir-se per / decidirse por
mögen: agradar / gustar
r Klang: so / sonido
klingen: sonar
beliebt: apreciat, popular / apreciado, popular
unterscheiden: diferenciar
r Spitzname: malnom / apodo
s Recht: dret / derecho
regeln: regular