WAS HAST DU GESAGT?
Es ist wie ein Reflex: wenn das Mobiltelephon Dingdong macht, geht die Hand sofort zum Gerät und scrollt über die Oberfläche. Wer hat geschrieben? Was hat er gesagt? Ist etwas passiert? Man schrieb gerade eine E-mail, die sofort beantwortet werden musste. Aber die Facebook-Nachricht, die gerade gekommen ist, kann einfach nicht warten, sie muss sofort gelesen werden.
Die digitalen Geräte, die uns ablenken, werden immer mehr. Es blinkt, vibriert und klingelt jede Minute. Wir machen immer mehr Dinge zur gleichen Zeit. Das heißt Multitasking. Multitasking war früher eine besonders gute Qualifikation für besonders aktive Menschen. Heute macht das jeder, um so schnell wie möglich kommunizieren zu können. Die Aufmerksamkeit lässt aber bei so viel Kommunikation nach. Im Film The social network, der die Geschichte des sozialen Netzwerks Facebook zum Thema hat, gibt es eine sehr gute Szene zu diesem Problem: „Mister Zuckerberg, habe ich Ihre volle Aufmerksamkeit?“, fragt ein Anwalt. „Nein“, antwortet Zuckerberg. „Glauben Sie, ich verdiene Ihre volle Aufmerksamkeit?“, fragt der Anwalt weiter. Denn es ist sehr wichtig, dass er mit Zuckerberg spricht, weil es einen Prozess gibt und mehrere Hundert Millionen Dollar in Gefahr sind. Aber Mark Zuckerberg (gespielt von Jesse Eisenberg) schaut nur aus dem Fenster, kritzelt mit einem Stift auf seinem Notizblock herum und antwortet schließlich: „Sie haben das notwendige Minimum meiner Aufmerksamkeit.“
Wer heute die volle Aufmerksamkeit von jemandem bekommt, kann glücklich sein. Wie oft klingelt es mitten in einem schönen Gespräch, oder beim Essen? „Klingeling“, ruft die Parallelwelt, und natürlich wollen wir sofort wissen, was passiert. Das macht aber, dass wir oft unruhig und zerstreut sind. Wir denken an viele Dinge, wir sind zur gleichen Zeit in einer konkreten Situation und in der Parallelwelt. Es ist kein Zufall, dass es immer mehr Krankheiten durch Stress gibt. Und es ist auch kein Zufall, dass jetzt immer mehr von Aufmerksamkeit, Langsamkeit, Zeit, Ruhe gesprochen wird.
Was also tun? Man muss das Mobiltelephon ja nicht gleich verkaufen oder wegschmeißen. Es reicht, das kleine Gerät zwischendurch mal einfach auszuschalten, zum Beispiel beim Gespräch mit der besten Freundin im Café. Oder die E-mails nicht jede halbe Stunde zu lesen und zu beantworten, sondern nur zweimal am Tag.
Text bearbeitet und gekürzt aus
Presse und Sprache (Juli 2014)
s Gerät: aparell / aparato
scrollen: desplaçar-se / desplazarse
e Oberfläche: superfície / superficie
ablenken: distreure / distraer
blinken: fer pampallugues / centellear
e Aufmerksamkeit: atenció / atención
nachlassen: disminuir
r Anwalt: advocat / abogado
kritzeln: fer gargots / hacer garabatos
notwendig: necessari / necesario
zerstreut: despistat / despistado
r Zufall: casualitat / casualidad
wegschmeißen: llençar / tirar a la basura
ausschalten: apagar